Hallstein, Walter

* 17.11.1901 Mainz
† 29.03.1982 Stuttgart

Jurist, Staatssekretär, Präsident der Kommission der EWG, o. Professor, Dr. jur., Dr. h.c. mult., ev.

1925 Studium der Rechtswissenschaften in Bonn, München und Berlin, Promotion zum Dr. jur.
1929-1930 Habilitation, Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Rostock
1941-1945 Ordinarius für Bürgerliches Recht an der Universität Frankfurt/Main, Direktor des Instituts für Rechtsvergleichung
1943-1945 Kriegsteilnehmer
1946 Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft Lehrstuhl für Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Gesellschaftsrecht an der Universität Frankfurt/Main
1948-1949 Gastprofessur an der Universität Georgetown/USA
Juni 1950 Leitung der deutschen Delegation für die Schumanplan-Konferenz in Paris
August 1950 Staatssekretär für außenpolitische Aufgaben im Bundeskanzleramt
1951-1958 Staatssekretär im Auswärtigen Amt
Oktober 1957 Erste Anwendung der "Hallstein-Doktrin", nach der die Aufnahme von Beziehungen zur DDR mit dem Abbruch diplomatischer Beziehungen durch die Bundesrepublik Deutschland beantwortet wurde, im Fall Jugoslawiens
1958-1967 Präsident der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Brüssel
1968-1974 Vorsitzender der Internationalen Europäischen Bewegung
1969-1972 Mitglied des Deutschen Bundestages

Literaturhinweise
Hallstein, Walter: Die Aktienrechte der Gegenwart. Berlin 1931.
Ders.: Die Europäische Gemeinschaft. Düsseldorf 1973.
Ders.: Der unvollendete Bundesstaat. Europäische Erfahrungen und Erkenntnisse. Düsseldorf 1969.
Ders.: Wege nach Europa, Andernach 1967.
Ders.: Wiederherstellung des Privatrechts. Heidelberg 1946.
Ders.: Wirtschaftliche Integration als Faktor politischer Einigung. In: Franz Greiss/Fritz W. Meyer (Hg.): Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Festgabe für Alfred Müller Armack. Berlin 1961, S. 267-278.
Loth, Wilfried/Wessels, Wolfgang/Wallace, William (Hg.): Walter Hallstein. Der vergessene Europäer. Bonn 1995.