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Als die schwierigste und wichtigste innerdeutsche Entscheidung vor 1989 hat Helmut Kohl es nach eigenen Worten empfunden, den SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker zu einem Staatsbesuch in die Bundesrepublik Deutschland einzuladen. Nach mehrfachen Verschiebungen fand der Besuch schließlich vom 7. bis 11. September 1987 statt. Er bot eine Möglichkeit, das innerdeutsche Tor weiter aufzustoßen.
Vereinbarungen
Die Bundesregierung bestand darauf, dass die Tischreden der Regierungschefs in beiden Teilen Deutschlands live im Fernsehen übertragen wurden. Der Weltöffentlichkeit wurde so vor Augen geführt, dass im deutschen Volk das Bewusstsein von der Einheit der Nation lebendig war und dass der Wiedervereinigungsauftrag des Grundgesetzes nicht zur Disposition stand. Es wurde klar, dass die Bundesregierung zwar die bestehenden Grenzen achtet, aber die Teilung überwinden will. Trotz grundsätzlicher Auffassungsunterschiede, insbesondere in der nationalen Frage, kam es zu fruchtbaren gegenseitigen Vereinbarungen bei Themen wie Tourismus, Reiseverkehr, Jugendaustausch, Einfuhrbestimmungen, Städtepartnerschaften, Sport. Während des Staatsbesuches wurden drei Abkommen über die Zusammenarbeit beim Umweltschutz, beim Strahlenschutz und auf den Gebieten der Wissenschaft und Technik vereinbart.
Folgen
In Zusammenhang mit dem Besuch verbesserten sich die Kontaktmöglichkeiten der Deutschen zwischen West und Ost kontinuierlich. Schon in den ersten neun Monaten des Jahres 1987 kamen drei Millionen DDR-Bürger in die Bundesrepublik, davon knapp 900.000 Menschen unterhalb des Rentenalters. Während 1982 nur ca. 16.000 westdeutsche Jugendliche die DDR besuchten, waren es 1985 und 1986 je ca. 70.000 Besucher. 1985 kamen über 1.300 DDR-Jugendliche in die Bundesrepublik, 1986 dreimal soviel. Minen und Selbstschußanlagenan der innerdeutschen Grenze wurden in den 1980er Jahren sukzessive abgebaut, die Abfertigungspraxis an den Grenzübergängen erleichtert. |